Großmütter Salon

von | 12. Mai 2018 | Eulen-Nest

Der Salon – ein alter Bekannter im neuen Kleid

Als ich noch ein Kind war, trafen sich in Bregenz die Hausfrauen im Caféhaus, beim Friseur Salon oder beim Hut Salon, aber auch im eigenen Wohnzimmer, um Neuigkeiten auszutauschen. Hüte hat unsere Generation nur noch sehr selten getragen. Und so richtige Friseur Salons gibt es nicht mehr, und wenn, dann nur noch den Namen nach. Wir sind schon im Zeitalter der Effizienz und Kostenreduktion und da muss eben alles schnell und effizient gehen. Friseur Ketten haben die alten Friseursalons abgelöst.

Meine Großmutter erzählte mir über frühere Zeiten, wo es in diesen Salons musikalische Veranstaltungen gegeben hatte. Das nannte man auch Hausmusik. Ich musste aus nostalgischen Gründen wahrscheinlich Klavier spielen, meine Schwester Geige. So hoffte man, die Tradition der Hausmusik noch am Leben erhalten zu können. Aus der Salon Musik wurde leider nichts. Wir waren zu unmusikalisch, wahrscheinlich, weil der Salon bei uns namentlich zu einem Wohnzimmer degradiert wurde.

Neue Salons entstehen

Langsam tauchen aber wieder Salons auf. Andere Salons. Dieses Zeitalter der Salons ist geprägt von neuen Wörtern wie Salon Hosting, Ernten, Art of Hosting (AoH) oder partizipatives Arbeiten, Kooperationen, Bürgerintegration und Netzwerke. Aber im Prinzip geschieht hier genau dasselbe, wie früher. Man trifft sich, tauscht Neuigkeiten aus, schmiedet neue Ideen und vernetzt sich. Oft nicht mehr ungezwungen, sondern mit einer Moderation, mit Pinnwänden und Flipcharts. Zum Visualisieren. Zum Posten auf Facebook und Instagram. Es ist alles öffentlicher geworden. In einer anderen Art und Weise.

Da ich selbst in meinem Unternehmen sehr oft bei Netzwerktreffen Art of Hosting (AoH) verwende, interessiert mich das Thema persönlich sehr. Ziel meiner beruflichen Veranstaltungen ist es, vorhandenes Wissen zu vernetzen und neues Wissen entstehen zu lassen, sodass meine Netzwerkpartner am Ende der Veranstaltung bereichert von neuem Wissen und Ideen – mit reicher Ernte – ihre Ideen in ihrer Arbeitswelt umsetzen können.

Es gibt eine Fülle von Salons. Ich habe für Euch recherchiert, wo Salons gerade entstehen und welche Aufgaben Sie heute haben. Die Auswahl soll einen kleinen repräsentativen Ausschnitt für die Salons Österreich darstellen und werden von mir aktuell gehalten.

Neue Salons und ihre Aufgaben

Der Salon als Begegnungsort, als Ideenschmiede, als Netzwerk für Gleichgesinnte gibt es schon in vielen Bundesländern. Die Themenstellungen sind hier weitgefächert und grob vorskiziert. Die Teilnehmer der Salons bringen zu den vorgelegten Themenstellungen ihre Anliegen ein.

Salons für Frauen: Das Leben von Frauen, ihre Taten, Vorhaben und Ansichten sollen sichtbar werden, um aus ihnen Kraft für Veränderungen zu schöpfen. Themen wie Wiedereinstieg und Beruf, Kinderbetreuung und viele andere Themen mehr werden behandelt.

Der Salon als Sprachrohr für Bürgerinnen und Bürger, auch für politische Strategiearbeit. Vorarlberg hat hier sicher eine Vorreiterrolle in Sachen Bürgerbeteiligungen. Andere Bundesländer haben ähnliche Initiativen.

Der Salon als Greislerei: In der Greißlerei werden bio und/oder regionale Leckereien serviert. Der Salon ist nicht nur ein Treffpunkt für die Anwohner, es werden auch regelmäßig Vorträge, Diskussionen und Filmabende organisiert.

Der Salons als Ort für Inklusionen. Es wird gemeinsam wird gewandert, musiziert, gelaufen, genäht, gekocht, diskutiert und organisiert

Salons für Handwerker, Architektur und Design: In einer intimen Ambiente und in entspannter Atmosphäre werden neue Design-Highlights, Innovationen, einzigartige Materialien, Oberflächen und Kreationen in einem Raum der Begegnung neu interpretiert.

Salons für Musik: Abseits des genormten Musikbetriebes wird Musik im kleinen, quasi intimen Rahmen angeboten, Hausmusik auf professionellem Niveau.

Wir ihr seht, werden Salons für viele unterschiedliche Themenbereich genutzt. Sei es, um neue Strategie für das eigene Unternehmen zu erarbeiten und um seinen eigenen Betrieb mit neuen Ideen zu beflügeln. Oder aber auch um Bürgerinnen und Bürger bei wichtigen Entscheidungen in der Stadt oder dem Land zu integrieren. Weiters werden Salons auch für die schönen Künste und im Kreativbereich eingesetzt. Es wird noch viele andere Bereiche geben, wo der Einsatz von Salons zielführend sein kann. Ich habe hier nur einige Beispiele für Euch ausgewählt.

Ein Salon für die Generation 50 plus entsteht

Der Großmüttersalon

 

Mut.Macht.Sinn. ermöglicht Frauen in einem geschützten Rahmen Wege und Strategien für ein selbstbestimmtes Leben zu erarbeiten. Die Methode ist Art of Hosting.
Art of Hosting ermöglicht wirksame Gespräche für unsere Frauen 50+ und sucht gemeinsam innovative Lösungen für komplexe Herausforderungen. Art of Hosting ist ein hoch-effizienter Weg, die kollektive Weisheit und die Fähigkeit zur Selbstorganisation für unsere Frauen 50+ zu nutzen. Der Grossmütter Salon lädt alle Frauen 50+ ein, sich einzubringen, neue Perspektiven zu entwickeln und Verantwortung für Ihre Zukunftspläne zu übernehmen.
Art of Hosting im Großmütter Salon – eine einfache Methode, die ihr schnell auch für Euch in Euren Unternehmen verwenden könnt.

  1. Begrüßung und Vorstellungsrunde (Methode wie z.B. Circle Way)
  2. Einführung in das Thema (Methode wie z.B. Storytelling)
  3. Finden und Formulierung von kraftvollen Fragen (Methoden wie. Z.B. Brainstorming)
  4. Methoden wie Open Space, Word Café u:ä zum Schmieden von neue Ideen, zum vernetzen und Finden von Projektpartnern, zum Interagieren und gemeinsamen Lernen.
  5. Vorstellung der Ergebnisse mit reicher Ernte für jeden Teilnehmer
  6. Abschlussrunde und Follow Up

Wie ihr seht, ist Art of Hosting (AoH) keine Hexerei und für jeden zum Lernen. Ihr werdet sicher bald auch ein Format für Euch finden, bei dem ihr Euch wohlfühlt. Wichtig dabei ist im Grunde die Einstellung von jedem Einzelnen für einen gelungenen Salonabend. Sähen und Ernten, Zuhören und interagieren, offen sein für Neues und Annehmen von neuen Menschen und Meinungen stehen dabei immer im Vordergrund.

Was werden die Themen für unseren Salon werden:

Interessensvertretung Frauen 50+

Frauen 50+ sind gebildeter und interessierter als frühere Generationen. Sie ist aber auch die Generation, die mit Krankheit, Arbeitslosigkeit und geringen Pensionen zu kämpfen hat. Frauen 50+ haben keine oder wenig Interessensvertretung und Mentorprogramme, die sie unterstützt und ihre Anliegen sichtbar macht. Mut.Macht.Sinn bietet unseren registrierten Userinnen eine wertschätzende Umgebung, Zuversicht und Anerkennung.

Generationen übergreifendes Projekt

Junge und ältere Frauen gestalten gemeinsam dieses Projekt. Die Gründerinnen (beide 50+) werden von jungen IT Expertinnen unterstützt und begleitet.

Tausche Arbeit gegen Arbeit

Mut.Macht.Sinn ist ein Tauschkreis, in denen sich Frauen 50+ zusammenfinden, die Dienstleistungen auf der Basis eines Zeitkontos tauschen. Frauen 50+ können ihre Talente und Fähigkeiten anbieten und im Austausch dafür das Angebot anderer Frauen 50+ in Anspruch zu nehmen. Zeit ist ein begrenztes, wertvolles Gut, von dem jeder gleich viel besitzt. Für jedes Mitglied ist ein eigenes Zeitkonto eingerichtet, auf dem alle Kontobewegungen gebucht werden.

Gesellschaftliche Innovation

Es ist den Gründerinnen ein Anliegen, die Arbeitswelt für Frauen 50+ positiv zu verändern und unsere Gesellschaft innovativ zu beeinflussen.

Zu diesen Themen werden wir uns in den Großmütter Salons treffen, neue Ideen schmieden und uns vernetzten. Wir freuen uns auf Euer kommen. Schaut bitte immer im Veranstaltungskalender nach, wann und wo unsere Treffen stattfinden!

Der Grossmütter Salon im Zeitalter der Digitalisierung

Digitalisierung ist ein fürchterliches Wort. Und das noch in Kombination mit Großmüttern. Deshalb haben wir uns gedacht, wir verzichten mal auf dieses Wort und machen für Euch etwas, wo sich die Generation 50 plus im Zeitalter der Digitalisierung wiederfindet:

Das Eulen Nest.

Die Eule ist ein Sinnbild für Weisheit. Und das hat unsere Generation 50 plus in Hülle und Fülle. Und mit dieser Weisheit bauen wir uns ein Nest, wo wir uns auch online im Netz treffen können. Sozusagen ein Nest-Netz-Treffpunkt. Oder Netz-Nest-Treffpunkt? Darüber muss ich noch nachdenken.

Wir bieten im Großmüttersalon also neben des realen Salons auch noch eine digitale Variante an, auf der wir uns schon vor den Treffen austauschen können und Termine und Schwerpunkte abstimmen können.

Schaut nach, meldet Euch an. Wir freuen uns auf viele weise Eulen.

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